In seiner Entscheidung vom 16.09.2014 (AZ: VIII R 5/12) hat sich der Bundesfinanzhof mit der Frage auseinandergesetzt, ob die selbständige Tätigkeit einer Moderatorin von Werbesendungen für einen Verkaufssender – im Streitfall Präsentation von Produkten aus den Bereichen Wellness, Kosmetik, Gesundheit sowie Reisen – zu den Einkünften aus selbstständiger Arbeit oder zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb zählt, die letztlich der Gewerbesteuer unterliegen.

Moderatorentätigkeit weder mit Schriftsteller noch mit Journalist vergleichbar

Aus Sicht des Bundesgerichtshofes erfüllt die Tätigkeit nicht die Voraussetzung für eine (freiberufliche) schriftstellerische Tätigkeit, weil es an einer berufstypischen schriftlichen Niederlegung eigener Gedanken “für die Öffentlichkeit” mangelt. Dies gelte im Übrigen auch für die jeweils von der Moderatorin erstellten Sendemanuskripte und ähnliche Vorbereitungsunterlagen, welche nicht an die Öffentlichkeit gerichtet und zur Veröffentlichung bestimmt waren.
Auch eine Anlehnung an das Berufsbild eines Journalisten hat der Bundesfinanzhof abgelehnt. Hierfür hätte die Tätigkeit auf Informationen über gegenwartsbezogene Geschehnisse ausgerichtet sein müssen bzw. sich damit kritisch auseinandersetzen müssen.

Werbemoderation marketingorientiert und enthält keine eigenschöpferische Leistung

Im Gegensatz dazu stellten die Richter darauf ab, dass die Werbemoderation ausschließlich in marketingorientierter Weise auf die unmittelbare Verkaufsförderung gerichtet und nach den konkreten Vorgaben der Auftraggeber durch entsprechende Präsentation der jeweils vorgestellten Produkte geprägt sei.

Zudem ließe die Tätigkeit wegen dieser detaillierten Vorgaben der Auftraggeber auch die für die Annahme einer künstlerischen Tätigkeit erforderlichen “eigenschöpferischen Ausrichtung” vermissen. Den Vortrag der Klägerin über die Notwendigkeit der Improvisation in den Live-Interviews bei Eintritt nicht vorhersehbarer Ereignisse ließen die Richter nicht gelten, weil sie es als  nicht ausschlaggebendes Kriterium für die Abgrenzung der gewerblichen von der freiberuflichen Tätigkeit erachteten.

Daher müsse im Ergebnis die Tätigkeit als gewerblich und nicht als freiberuflich eingestuft werden. Daraus bezogene Einkünfte müßten unter gewerblichen Einkünften geführt werden und unterlägen daher der Gewerbesteuer.

(Quelle: www.kostenlose-urteile.de)