Arbeitsrecht

Mobbing

Was versteht man rechtlich unter dem Begriff „Mobbing“
 

Der Begriff „Mobbing“ ist gesetzlich nicht definiert, nach dem Bundesarbeitsgericht versteht man darunter das systematische Anfeinden, Schikanieren oder Diskriminieren von Arbeitnehmern untereinander oder durch Vorgesetzte (vgl. BAG, Urteil vom 15.01.1997 - 7 ABR 14/96 - BAGE 85, 56 = AP BetrVG 1972 § 37 Nr. 118 = EzA BetrVG 1972 § 37 Nr. 133).

Allerdings stellt nicht jede Auseinandersetzung oder Meinungsverschiedenheit zwischen Kollegen oder Mitarbeitern und Vorgesetzten eine unerlaubte Mobbinghandlung dar. Ob das erforderliche systematische Anfeinden, Schikanieren und Diskriminieren vorliegt, ist stets eine Frage des Einzelfalls.

Welche Rechte haben Sie als Mobbingopfer?

Welche Rechte Mobbingopfer geltend machen können, hängt zum einen von der Intensität der Mobbinghandlungen und zum anderen davon ab, ob der Arbeitgeber selbst bzw. der Vorgesetzte oder Kollegen die Täter sind.

Mobbing durch Arbeitskollegen

Kommt es zu strafbaren Handlungen durch Arbeitskollegen, können Sie diese auf Unterlassung und ggf. auf Zahlung eines angemessenen Schmerzensgeldes in Anspruch nehmen und zudem strafrechtlich belangen, indem Sie z.B. Strafanzeige und Strafantrag wegen Beleidigung, Nötigung, Körperverletzung etc. erstatten.

Rechte gegen den Arbeitgeber

Bei Mobbing am Arbeitsplatz durch Kollegen haben Sie zudem die Möglichkeit, von Ihrem Arbeitgeber zu verlangen, gegen das Mobbing vorzugehen. Dieser Anspruch folgt aus der allgemeinen Fürsorgepflicht Ihres Arbeitgebers, der die notwendigen organisatorischen Maßnahmen treffen muss, um zukünftige Persönlichkeitsrechtsverletzungen durch Kollegen zu verhindern, z.B. Abmahnung oder gar Kündigung des mobbenden Kollegen, Umsetzung, Versetzung etc.

Daneben haftet der Arbeitgeber für die Mobbingverletzungen seiner Vorgesetzten ebenso wie für eigenes Handeln.

Darf man als Mobbing-Opfer die Arbeit verweigern?

Dem Arbeitnehmer steht ein Zurückbehaltungsrecht bezüglich seiner Arbeitsleistung zu, wenn der Arbeitgeber schuldhaft seine Fürsorgepflichten verletzt. Betreibt er also selber das Mobbing oder schreitet gegenüber offensichtlichen Mobbingattacken der Kollegen nicht oder nicht angemessen ein, braucht man nicht mehr zu arbeiten und behält dennoch seinen Lohnanspruch.

Aber Vorsicht: im Streitfall muss der Arbeitnehmer die Mobbingvorwürfe im Einzelnen darlegen und beweisen können, sonst drohen wegen Verweigerung der Arbeitsleistung arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur fristlosen Kündigung.

Mobbing-Tagebuch führen

Aufgrund dieser Beweislastverteilung, wonach der Betroffene selbst die Mobbinghandlungen im Einzelnen nachweisen und beweisen muss, ist es ratsam, zu Beweiszwecken ein ausführliches Mobbing-Tagebuch anzulegen, in dem jede Anfeindung mit Datum, Uhrzeit und genauer Sachverhaltsschilderung notiert und ggf. mit weiteren Beweismitteln, wie E-Mail-Verkehr oder Zeugenbeweis, angereichert wird.

Was können wir für Sie tun?

Wenn Sie Mobbinganfeindungen am Arbeitsplatz ausgesetzt sind, nehmen Sie umgehend Kontakt zu uns auf! Wir beraten Sie umfassend, wie Sie sich effektiv zur Wehr setzen können.

Wir begleiten Vergleichsverhandlungen oder Mediationen zwischen allen Beteiligten, damit Sie möglichst bald wieder mit einem guten Gefühl zur Arbeit gehen können, unterstützen Sie bei der Einleitung strafrechtlicher Schritte gegen die Täter oder setzen Ihre Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche gerichtlich durch.